Author:poxqm

Wo steht mein Pferd – kostenlose Checkliste

Probleme in der Ausbildung?

 

Auch der Umgang mit Artgenossen ist ein Hinweis auf die Gesamtsituation des Pferdes!

 

Probleme in der Ausbildung eines Pferdes haben immer mehrere Ursachen. Selten ist es ein Punkt allein, der dafür sorgt, dass sich das Pferd verspannt oder dass es irgendwie nicht weitergeht.

Sich mit dem Verhalten des eigenen Pferdes zu befassen, Reaktionen und Verhaltensweisen zu erkennen, einschätzen zu können und in bestimmten Fällen vorauszusehen, erleichtert die Ausbildung und natürlich auch den Umgang und das tägliche Zusammensein mit seinem Pferd. So kann man Probleme frühzeitig erkennen und auftretende Schwierigkeiten beseitigen.

 

Das Verhalten des Pferdes ist ein Spiegel seiner Situation

Verspannungen, Steifheiten und Unwilligkeiten weisen in den meisten Fällen daraufhin, dass etwas nicht so korrekt läuft, dass sich das Pferd unter dem Reiter nicht loslassen kann und sich in Haltung und Umgang nicht entspannen kann.

Im Folgenden sind einige Fragen formuliert, die man in aller Ruhe für sich beantworten sollte.

Mit ein wenig Übung erkennt man im Laufe der Zeit an den geringsten Verhaltensänderungen des Pferdes, ob etwas gut oder schlecht ist.

Das hilft, falsche Wege frühzeitig zu erkennen und Fehlentscheidungen zu korrigieren.

 

1) Wie verhält sich mein Pferd auf der Weide (alleine oder mit Artgenossen)?

Wenn man sein Pferd täglich auf die Weide lässt – und das sollte man – dann zeigt es immer ähnliche Verhaltensweisen.

Manche Pferde wälzen sich als erstes entspannt, andere wiederum galoppieren im ruhigen Tempo einige Meter, um dann zu fressen und wieder andere spielen mit ihren Artgenossen.

Wenn Ihr Pferd diese Verhaltensweisen zeigt, dann ist es weitestgehend entspannt und fühlt sich wohl.

Von einer Problemstellung muss man ausgehen, wenn sich das Pferd auch auf der Weide hölzern bewegt, wenn es täglich auf er Weide ist und trotzdem über lange Zeit im wildem Galopp losjagt und dabei pausenlos bockt und auskeilt. Hat ein Pferd nicht gerade ein ausgesprochen hitziges Temperament, dann sind solche Verhaltensweisen auf Unwohlsein oder auch Stress zurückzuführen. Auch Verspannungen und Rückenprobleme können der Hintergrund sein.

Ist das Pferd während der gesamten Weidezeit lahm, bewegt sich am liebsten gar nicht und frisst nicht, dann sollte man den Tierarzt kontaktieren.

 

2) Wie verhält es sich im Stall?

Das Verhalten eines Pferdes im Stall gegenüber dem Menschen und Artgenossen sagt sehr viel über das Grundverhalten aus.

Ist das Pferd eher ängstlich und unsicher, wagt sich ohne Aufforderung nicht zur offenen Boxentür oder marschiert es direkt nach dem Öffnen der Box geradewegs aus der Box heraus, ohne darauf zu achten, ob es den davor stehenden Menschen über den Haufen rennt.

Dominanzverhalten ist als Problem nicht zu vernachlässigen, denn es wirkt sich nicht nur auf die Erziehung, sondern auf die gesamte Ausbildung aus.

Denken Sie einen Moment über das Verhalten Ihres Pferdes nach:

Ist es in der Box gegenüber den Boxennachbarn unfreundlich und beim Füttern aggressiv oder eher gleichgültig?

Kann man problemlos auch als fremder Mensch in die Box hineingehen oder legt es die Ohren an, dreht sich um und droht; tritt vielleicht sogar?

Wiehert es freudig, wenn es Ihre Schritte oder Stimme über die Stallgasse hört oder reagiert es überhaupt nicht?

Ein Pferd, das in der Box unkompliziert ist, ist es meist auch unter dem Reiter. Es gibt jedoch auch Pferde, die im Umgang sehr angenehm und unter dem Reiter extrem widersetzlich sind. Sie haben dann in den allermeisten Fällen mit Reitern schlechte Erfahrungen gemacht, haben Schmerzen und sind verspannt. Das gutmütige Verhalten im Umgang weist dann auf einen guten Charakter hin. Findet man solch konträre Verhaltensweisen, ist der Ausbildungsweg komplett zu hinterfragen.

 

3) Wie verhält es sich beim Schmied?

Das Verhalten eines Pferdes beim Schmied/ beim Beschlagen gibt auch Auskunft über den Gesundheitszustand und mögliche Schmerzen. Es zeigt unter anderem, ob das Pferd gute oder schlechte Erfahrungen gemacht hat, Erziehungsdefizite vorhanden sind.

Steht das Pferd beim Schmied ruhig und entspannt oder tritt es unruhig hin und her?

Das kann auf schlechte Erfahrungen, Angst und Unsicherheit zurückzuführen sein. Dem Pferd die Angst nehmen kann man nur mit Ruhe und viel Geduld.

Hebt es die Beine nicht, fällt es ihm schwer, auf drei Beinen zu stehen und oder zieht es das hochgezogene Bein sofort wieder weg und / oder kann es das Bein (meist Hinten) nicht so winkeln, dass der Schmied das Eisen beispielsweise ohne Probleme aufbrennen oder Nageln kann?

Ein solches Verhalten kann auf Fehler in der Erziehung, aber auch auf Schmerzen zurück zu führen sein.

Rückenprobleme oder auch Probleme mit den Beinen und Hufen können der Grund dafür sein. Ein erfahrener Hufschmied kann darüber oft schon bei dem ersten Beschlag Auskunft geben. Ggf. ist der Tierarzt hinzuzuziehen.

 

4) Ist es notwendig, regelmäßig den Tierarzt zu rufen, da beispielsweise die Beine angelaufen sind oder das Pferd diffuse Lahmheiten zeigt?

Angelaufene Beine haben viele Hintergründe!

Es kann mangelnde Bewegung sein, es kann am Kraftfutter liegen, dass nicht an die reiterlichen Anforderungen angepasst ist.

Es kann aber auch an reiterlichen Fehlern liegen.

Angelaufene Beine sollte der Tierarzt ab einem gewissen Stadium in Augenschein nehmen, damit es nicht zu weiterführenden Erkrankungen kommt.

Diffuse Lahmheiten, bei denen der Tierarzt keine eindeutige Diagnose stellen kann, da es beispielsweise keinen Röntgenbefund gibt, sind oftmals auf Haltungs- und Ausbildungsfehler zurück zu führen. Mangelnder Freilauf und reiterliche Fehler führen immer zu Verspannungen. Diese können mit der Zeit zu Lahmheiten führen, die aus der Verkrampfung und Rückenproblemen entstehen.

Wenn der Tierarzt nichts findet, sollte man einen guten Osteotherapeuten hinzuziehen und die Ausbildung überprüfen.

 

5) Wie verhält es sich beim Putzen?

„Das Verhalten des Pferdes beim Putzen, ist ein Spiegel seiner Ausbildung!“ Das hat Bimbo (Siegfried Peilicke) vor vielen Jahren einmal zu einer Schülerin gesagt, die zu einem Lehrgang bei ihm war; deren Pferd beim Putzen unruhig hin und her trat, sich im Genick nicht anfassen ließ, beim Striegeln des Rücken den Rücken nach unten weg gedrückt hat und dabei versucht hat, mit dem Hinterbein nach seiner Besitzerin zu treten.

Verspannungen, die durch Reit- und Ausbildungsfehler entstanden sind, zeigen sich beim Putzen, denn der verspannte Muskel kann dem Pferd beim Striegeln Schmerzen bereiten.

Zeigt ein Pferd diese oder ähnliche Verhaltensweisen, ist davon auszugehen, dass korrektes Zügel aus der Hand kauen lassen definitiv nicht funktioniert. Der Sattel ggf. nicht passt, der Reiter elementare Sitz- und Einwirkungsfehler aufweist.

 

6) Muskulatur des Pferdes?

Oberlinie und Gesamtbemuskelung eines Pferdes sagen alles! Hat man sein Auge geschult, kann man anhand des Erscheinungsbildes eines Pferdes und seiner Bemuskelung auch das Verhalten unter dem Reiter, reiterliche Fähigkeiten und Defizite, Ausbildungswege und Fehler in der Ausbildung erkennen. Auch sieht man, ob der Sattel passt, zu eng und zu weit oder fehlerhaft gepolstert ist.

 

FALSCH

Das Pferd ist deutlich falsch und sehr wenig bemäkelt. Die Pfeile zeigen die Defizite..

 

 

RICHTIG

Korrekt bemuskeltes 10-jähriges Pferd. Die Wirbelsäule ist in den gut entwickelten langen Rückenmuskel „eingebettet“. Die Oberlinie ist harmonisch. Der Rücken ist oben. Die Kruppe ist rund.

 

 

 

 

 

 

7) Ist mein Pferd schreckhaft?

Schreckhafte Pferde sind eine Herausforderung für jeden Reiter. Man muss mit der Zeit unterscheiden lernen, ob die Schreckhaftigkeit eine Charakterausprägung ist oder ob sie aufgrund von Unwohlsein oder gar Schmerzen entstanden ist. In jedem Fall bedarf ein schreckhaftes Pferd eines sehr vorausschauendes Verhalten von Seiten des mit ihm umgehenden Menschen!

Auch bei schreckhaften Pferden sollte man überlegen, wie es dazu gekommen ist.

  • War das schon immer so?
    • Dann kann es eine Charaktereigenschaft sein, mit der man einfach leben muss und die man bei neuen Anforderungen und steigendem Leistungsdruck berücksichtigen muss! Das heißt vor allem, dass man sich besser etwas mehr Zeit lässt, als irgendetwas zu überstürzen!
  • Ist das erst seit einigen Wochen oder Monaten der Fall?
    • Dafür kann es mehrere Gründe geben:
      • Futter- oder Haltungsumstellung
      • Das Pferd ist gesundheitlich nicht ganz fit
      • Der Sattel passt nicht
      • Die Zähne sollten kontrolliert werden
      • Beim Reiten und Ausbilden hat sich etwas verändert
      • Das Pferd ist verspannt (Rücken, Hals, Genick, Genick, Kiefer)
      • Es hat osteopathische Probleme
      • Es hat generell Schmerzen

 

8) Ist mein Pferd unwillig, aggressiv, gibt es Rangordnungsprobleme zwischen Reiter und Pferd?

Früher sagte man: Das schlimmste in der Ausbildung sind Charakterprobleme! Pferde mit sehr schwierigem Charakter bringen so viele Probleme mit sich, so dass man abwägen sollte, ob es für beide Seiten besser ist, ein solches Pferd nicht weiter auszubilden, da mit sehr viel Widerstand zu rechnen ist und sich die Mühe vielleicht niemals „auszahlen“ wird.

Gebäudemängel oder auch weniger Potential kann man mit Geduld und dem entsprechenden Know-How immer noch ausgleichen, das Pferd trotzdem korrekt ausbilden, aber ein schwieriger Charakter macht alles schwierig.

Als ich diese Aussage, die ich hier im O-Ton wiedergegeben habe, das erste Mal in einem der alten Bücher las, musste ich lachen, denn ich habe selbst ein solches Pferd. Vom ersten Tag ihres Lebens an ein lebendes Problem.

Keiner außer mir kann in die Box gehen ohne einen Angriff zu riskieren, kaum einer kann sie anfassen. Selbst wir diskutieren heute noch regelmäßig über die Rangordnung. Unter dem Reiter wird sie schnell widersetzlich, bei steigenden Anforderungen hektisch, kopflos, schreckhaft und das Hinterbein ist schneller gegen die Ferse des Stiefels geflogen, als man den Schenkel überhaupt anlegen kann, wenn Madame einen schlechten Tag hat.

Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich an darüber zu lachen. Für die Ausbildung ist das oftmals nicht ganz so lustig, denn man muss immer sehr sorgsam reiten, Lektionen korrekt vorbereiten, nichts übereilen. Die Losgelassenheit muss sichergestellt sein, sonst funktionieren nicht einmal Trab-Galopp-Übergänge. Wenn der Sattel nicht zu einhundert Prozent korrekt angepasst ist, wird geklemmt, sich versteift und man reagiert im negativsten Fall auf keine Hilfe.

Spaß macht das nicht immer, aber man lernt korrekt und sorgfältig zu reiten und die eigenen Wünsche und Befindlichkeiten hinten anzustellen.

Verhält sich ein Pferd so oder so ähnlich, sind ein konsequenter aber bedachter Umgang unverzichtbar. Ein solches Pferd ist kein Pferd für einen Anfänger, da es gefährlich werden kann, wenn man es nicht richtig zu behandeln weiß.

Bei einem Pferd mit Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften wie hier formuliert muss man für alles mehr Zeit einplanen, denn das Pferd muss sich mit allem auseinandersetzen können und es für sich auf seine Weise verarbeiten. Das lässt sich durch nichts beeinflussen.

Eines ist bei einem solchen Pferd jedoch sicher. Was es einmal begriffen, verarbeitet und verinnerlich hat, das sitzt. In allen Lebenslagen! Im Guten wie im Schlechten!

 

9) Wie verhält sich das Pferd beim Aufsitzen

Ein Pferd hat beim Aufsteigen stehenzubleiben!

Steht ein Pferd beim Aufsteigen nicht unbeweglich auf der Stelle, zieht es dem Reiter die Zügel auf der Hand, läuft direkt los und widersetzt sich, kann das auf Schmerzen, aber auch auf eine nachlässige Erziehung zurück zu führen sein.

Handelt es ich um Schmerzen, dann sollte man sich sein Pferd unter den Aspekten von Punkt 5 kritisch betrachten und auch überlegen, welche Antworten man bei Punkt 11 geben kann. Es steht meist in direkter Verbindung.

 

10) Wie bewegt es sich zu Beginn des Reitens?

Ist der Bewegungsablauf in allen Grundgangarten taktrein, hat man an sich schon alles so ziemlich richtig gemacht.

 

 

Man beobachtet meist drei Verhaltensweisen, wenn der Reiter mit dem Reiten beginnt:

  1. das Pferd schreitet entspannt und fleißig vorwärts und schnaubt im Idealfall schon die ersten Male zufrieden ab. Dann hat man alles richtig gemacht.
  2. Das Pferd rennt eilig los und zieht dem Reiter den Zügel aus der Hand. Meist strecken diese Pferde ihren Kopf nach vorne und pinseln unruhig mit dem Schweif. Sie sind verspannt und verkrampft. Mangelnder Weidegang und Ausbildungsfehler sind oft der Hintergrund. Auch am unpassenden Sattel kann es liegen.
  3. Das Pferd klemmt, tritt gegen den Schenkel und will nicht vorwärts, legt die Ohren an und hebt unwillig den Kopf hoch. Die Bewegungen sind hölzern. Hinweise auf reiterliche Fehler, ggf. kommt ein unpassender Sattel hinzu. Bei einem solchen Verhalten ist die Ausbildung grundsätzlich zu überdenken und konsequent nach den Fehlern zu suchen. In schweren Fällen sollte man einen Tierarzt und anschließend einen Osteotherapeuten konsultieren, um dem Pferd Linderung zu verschaffen.

 

11) Welche Verhaltensweise zeigt das Pferd bei Lektionen und Übungen?

Im Idealfall lässt sich das Pferd immer los, ist durchlässig, reagiert auf kleinste und feinste Hilfen, hat ein aktives Hinterbein. Verstärkungen und Versammlung erfolgen spielerisch. Das ist heute leider nicht die Nor

Neben charakterlichen Problemen wie unter Punkt 7-8 benannt, können Probleme beim Reiten von Übungen und Lektionen auch auf reiterliche Fehler, zu hohe Anforderungen, Eile in der Ausbildung, unpassender Sattel, Fütterung und Haltungsfehler, Stellungsprobleme bei den Hufen beruhen. Dadurch entstehen zusätzliche und vermeidbare Verspannungen, im fortgeschrittenen Stadium Schmerzen, ggf. Erkrankungen.

Ist das Pferd bei Übungen und Lektionen unwillig und verspannt, sollte man immer zu den Grundlagen zurückkehren. Beim Reiten heißt das einen Schritt zurück zum Zügel aus der Hand kauen lassen und bei Haltung und Umgang die Punkte 1-9 überprüfen.

 

12) Wie verhält es sich bei neuen Anforderungen?

Die meisten Pferde sind bei neuen Anforderungen schnell aufgeregt. Geht man beispielsweise bei Übungen und Lektionen, vielleicht auch die ersten Male des Verladens mit Ruhe und Geduld vor, dann entspannt sich jedes Pferd wieder in kurzer Zeit.

Zeigt das Pferd noch die unter den Punkten 1-11 genannten Auffälligkeiten, dann geht man zurück zu den Grundlagen, festigt diese und erst wenn das Pferd alles das entspannt absolvieren kann, dann kann wieder an neue Anforderungen denken.

 

13) Knirscht es nach einer gewissen Zeit des Reitens mit den Zähnen

Zähneknirschen ist meist auf mangelnde Losgelassenheit und Stress zurück zu führen. Hier sind vor allem die Punkte 11-12 kritisch zu hinterfragen.

Auch kann es sein, dass die Zähne kontrolliert werden müssen oder die Trense nicht passt, das Gebiss nicht das richtige ist.

 

14) Neigt es zu Bocken und Steigen?

 Neben charakterlichen Problemen und Nachlässigkeiten in der Erziehung ist Bocken und Steigen meist auf mangelnde Losgelassenheit und Stress zurück zu führen. Hier sind vor allem die Punkte 11-13 kritisch zu hinterfragen.

 

15) Wie verhält es sich beim Ausreiten allein / in der Gruppe?

Ein ruhiges und entspanntes Ausreiten allein und in der Gruppe entscheidet über Losgelassenheit oder Verspannung. Je häufiger man ins Gelände geht, umso entspannter ist das Pferd – so sollte es sein! Charakter, Ausbildungsstand und Ausbildungswege entscheiden hier über Rittigkeit oder auch gefährliche Situationen.

Pferde, die unter Verspannungen leiden, sind auch im Gelände nicht immer gut zu handeln, denn dann kommen zu den grundlegend vorhandenen Spannungszuständen noch die Aufregung über die unterschiedlichen Eindrücke und Situationen hinzu.

Darüber hinaus sollte man die Punkte 1, 7-8, 11 und 12 noch einmal kritisch betrachten.

Befassen Sie sich mit den Befindlichkeiten Ihres Pferdes, lernen Sie darüber, Fehler schon in der Entstehung zu erkennen und diese zu beseitigen.

 

 

Der Pferdesport heute…

Sollten wir nicht alles noch mehr hinterfragen?

Ein Bild, das Baum, draußen, Pferd, Säugetier enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Vieles, was über Jahrhunderte funktioniert hat und für die Pferde mehr als richtig war und ist, wird heute in Frage gestellt oder als überholt abgetan.

Es kommen neue Methoden und Auffassungen auf den Markt, die bei genauer Betrachtung zu der Erkenntnis führen müssen, dass sie nicht funktionieren können!

Es werden Hilfsmittel auf den Markt geworfen, die an sich nichts erreichen sollen, als reiterliche Unzulänglichkeiten aufzufangen – wobei diese Dinge dann teils ebenso Sinn-entleert sind, dass man sich schon an den Kopf fassen muss, wenn man die dazu gehörigen Werbebotschaften unter dem Gesichtspunkt der Biomechanik liest oder sich die vielen unmöglichen Videos anschaut. 

Trotzdem werden diese Dinge gekauft, da sie vordergründig eine Problemlösung versprechen – in der Praxis jedoch in den allermeisten Fällen eigentlich nur noch weitere Probleme schaffen.

Ich frage mich schon fast täglich:

Warum muss man mit einem Sattel ohne Sattelbaum reiten? Wenn man ein bisschen tiefer in die Materie einsteigt, wird man zu der Erkenntnis kommen, dass es für das Pferd schon fast nichts Schädlicheres gibt. Das Marketing dieser Sitzprotesen ist allerdings der absolute Hit…

Warum braucht man einen Sattel mit dicken Pauschen und einer tiefen Sitzfläche? Weil man sein extrem verspanntes und festgezogenes Pferd sonst gar nicht mehr sitzen kann???? 

Wäre die Alternative nicht, sein Pferd richtig und über den Rücken zu reiten, anstatt sich in einen Klemmsitz hinein zu manövrieren?

Warum glauben Leute heute, dass Zügel aus der Hand kauen lassen schädlich ist? Vielleicht einfach, weil sie es nicht hinkriegen, das richtig zu reiten?

Warum reiten immer mehr Menschen nach Methoden aus dem Stierkampf und labern etwas von VERTIKAL?Was ist das überhaupt? Braucht das die Welt? Sicherlich nicht. 
Es sei denn, man will jeden Tag aufs Neue eine Härtetest für sein Pferd schaffen, um darüber zu überprüfen, wie lange das Pferd diese Misshandlungen durchhält?
Diese einzig wahre Reitweise stellt ihre Pferde nicht mal auf die Weide. Die Erklärung dafür ist mit abstrus noch nett umschrieben. Trotzdem läuft eine nicht Nicht denkende Masse diesem Wahnsinn hinterher und labert unreflektiert nach, was man ihnen vorbetet.

Warum wickeln Leute ihren Pferden ein Gummiband um die Hinterhand, um das Hinterbein zu aktivieren? Hat mal einer darüber nachgedacht, dass das nicht funktionieren kann? Sicherlich wird das Pferd das Hinterbein durch das lästige Band in der Anfangszeit mehr nach vorne führen. Einfach, weil es dem Druck durch das störende Band entfliehen will. Irgendwann hat es sich daran gewöhnt, dass das Ding da ist. Und dann???

Wäre es nicht viel richtiger, das Hinterbein durch gutes und richtiges Reiten aktiv zu machen und zu erhalten? Frei nach dem Zitat von Paul Stecken: «Das junge Pferd muss bei richtigem Zügelmass so lange fleissig vorwärts geritten werden bis es mit dem Hinterbein (wieder) durchtritt!»

Natürlich ist richtiges Reiten schwierig und fordert sehr viel Kritikfähigkeit und Selbstreflektion. Es ist mühsam, sich immer wieder die Frage zu stellen, was man hätte anders oder besser machen müssen, damit dieses oder jenes Problem nicht entsteht oder entstanden wäre. Das ist nachvollziehbar und geht jedem so.

Sicher ist auch, dass die überlieferten Grundsätze der Ausbildung, die Paul Stecken sein ganzes Leben vertreten hat, sehr vielfältig sind und sehr viele Dinge richtig ineinandergreifen müssen. Sie funktionieren aber und sind – wenn man sich mit der Psyche des Pferdes befasst – eigentlich das, was das Pferd braucht. 

Lest dazu einfach einmal einen Auszug aus dem Buch von Dr. Ulrike Thiel über die Psyche des Pferdes. Die korrekten Hilfen ermöglichen dem Pferd nämlich – kurz zusammengefasst – ein Fortführen des sowieso vorhandenen Bewegungsimpulses, was bei sinnvollem und richtigem Aufbau der Ausbildung absolutes Wohlbefinden hervorruft….

Das Pferd ist durch die Zucht eine Herausforderung geworden und man muss sich mit allem mehr und mehr Zeit lassen, damit sie gesund bleiben können und vor allem muss man es richtig machen.

Diese Liste kann man endlos weiterführen. Sie wird einem immer wieder zu dem gleichen Ergebnis bringen:

«Es gibt nichts Neues zu erfinden, nur Bewährtes zu bewahren!» (Horst Niemack)

Hier noch ein Link zu meinem neuen Video:
https://www.youtube.com/watch?v=VJX-h5QE-3c

Podcast: Was ist wichtig beim jungen Pferd?!

Besser, sensibler, feiner, bewegungsstark und schwunggewaltig. Das bringt eine grosse Verantwortung mit, denn die jungen Pferde brauchen noch mehr Zeit als früher….

Dazu dieser kurze Podcast….

 

 

Junge Pferde….

Junge Pferde heute …..

Lässt man sich Zeit, führt das am schnellsten zum Ziel!

Junges Pferd wenige Wochen unter dem Reiter

 

„Kein Pädagoge käme auf die Idee, einem Jugendlichen zuzumuten, die Grundschule zu überspringen, um so vom Kindergarten direkt in die Ausbildung der Oberschule überzuleiten. Bei der Ausbildung junger Pferde wird man heutzutage leider immer häufiger mit solchem Unverstand konfrontiert, der dann womöglich noch mit der unverantwortlichen These einiger ausgefallener EXPERTEN begründet wird, es sei verlorene Zeit, das junge Pferd erst einmal in Dehnungshaltung in die Tiefe zu reiten, wenn die späteren Dressurziele doch ohnehin eindeutig die Aufrichtung und ein möglichst hoher Versammlungsgrad wären, …..“

Hans Freiherr von Stackelberg,
„Reiten, Ausbilden, Richten“, 1983

 

Man könnte glauben, der heute über 90ig-jährige Freiherr von Stackelberg wäre gestern in einem der vielen Reitbetriebe gewesen, die sich auf die Ausbildung junger Pferde spezialisiert hat. Wenn man sich diese Ausbildung anschaut, muss man sich wundern, wie viel von jungen Pferden schon erwartet wird.

Ist es Ehrgeiz, Ungeduld, Geltungsbedürfnis oder der Wunsch, baldmöglichst zu sichtbaren Erfolgen zu gelangen, der immer mehr Reiter und Ausbilder dazu verleitet, immer früher immer mehr zu verlangen?
Oder ist es am Ende die Zucht, die mit den heute so sensiblen und immer leistungsbereit erscheinenden Pferden diesen Weg zu reiterlichem Unsinn ebnet?

Oder ist der Markt, der immer gigantischere Summen für Ausnahmepferde zur Verfügung hat, die à la Totilas die Vorderbeine in den Himmel reißen, während – offensichtlich unwichtig – die Hinterbeine nicht mehr aus dem Sand kommen?

Hofft jeder auf einen Millionenumsatz oder auf schallenden Applaus für seine ausbildungstechnischen Fähigkeiten?

Man weiß es nicht!

Aber was aus den vielen jungen Pferden wird, die durch die Überforderung verritten, dadurch undurchlässig oder völlig verspannt und nicht selten bösartig werden …  abschließend von einer Hand zur nächsten wandern, da ihre meist überforderten Reiter nicht mehr Herr der Lage sind!

Darüber denken in diesem Geschäft immer noch zu wenige nach!

 


Ein heute gängiges Bild eines offensichtlich überforderten jungen Pferdes. Bundeschampionat Warendorf

 

Der heutzutage fast überall vorherrschende Erfolgszwang ist sicherlich ein Grund, dass diese falschen Wege eingeschlagen wurden und immer noch werden.

Wie oft hört man Kaufinteressierte am Telefon für einen Dreijährigen fragen, wie denn die Veranlagung für Pi (Piaffe) und Pa (Passage) aussieht, bevor sie sich ins Auto schwingen und das junge Pferde stundenlang Probereiten.

Ein junges Pferd – das realistisch betrachtet – noch nicht einmal geradeaus laufen kann, im Wachstum ist, noch deutlich überbaut, vielleicht wachstumsbedingte (Knochen-)Schmerzen hat, Zahnschmerzen durch den in dem Alter anstehenden Zahnwechsel und noch überhaupt nicht ausreichend bemuskelt ist, um einen Reiter über einen längeren Zeitraum zu tragen.

Sicherlich wäre es für viele junge Pferde besser, wenn man sie erst mit vier oder vielleicht sogar fünf Jahren einreiten würde. Das würde die Anzahl der frühzeitig verschlissenen Pferde sicherlich drastisch reduzieren. Nur … das will wohl irgendwie keiner! Denn das kostet Geld.

Ein Pferd mit vier oder besser noch mit fünf Jahren hat nicht nur die körperliche Reife, sondern auch die geistigen Fähigkeiten, reiterliche Anforderungen auch mental zu verarbeiten, ohne dadurch psychisch frühzeitig überfordert zu werden. Aber auch bei einem vier- oder fünfjährigen Pferd sollte oder besser noch muss man sich Zeit lassen, wenn es bis in ein hohes Alter gesund bleiben soll.

Fehler, die in der Ausbildung junger Pferde gemacht werden, sei es aus Unverstand oder Ungeduld, die hängen dem Pferd über viele Jahre, vielleicht sogar ein Leben lang nach. Das Erinnerungsvermögen eines Pferdes ist sehr stark ausgeprägt und registriert richtiges und falsches Verhalten nachhaltig. Vertrauen ist die Grundlage der Zusammenarbeit mit dem Pferd und diese basiert in allererster Linie auf Geduld und fairem Umgang. Fair heißt in dem Zusammenhang auch: Nur das einfordern, was das Pferd leisten und mental verarbeiten kann. Körperlich und mental.

Das Pferd ist auf der einen Seite ein Fluchttier und nicht nur furchtsam, sondern auch sehr sensibel. Es ist schnell verängstigt bei Dingen, die es überfordert. Auf der anderen Seite ist es von Natur aus sehr geduldig und immer bereit, alles zu tun, was im Rahmen seiner Fähigkeiten möglich ist und was wir von ihm verlangen.
Genau diese Gutmütigkeit auf der einen und die Furchtsamkeit auf der anderen Seite sind die Hauptursachen für die vielen Misserfolge, die Ausbilder erleiden, wenn sie zu früh und zu viel von jungen Pferden verlangen. Ein Pferd braucht Zeit, sich an neues zu gewöhnen, neues zu lernen und noch mehr Zeit mit dem eigenen Körper und seiner ständigen Veränderung des Wachstums überhaupt erst einmal zurecht zu kommen.

 

Eigentlich sollte es nicht um „Spektakulär“ gehen…

„ …. so bringt das unverdorbene junge Pferd seine Gänge vielleicht nicht ergiebig, auch nicht besonders schwunghaft, aber doch sauber im Rhythmus von der Natur mit, und erst die Einwirkung der Zügel, die Entwicklung von Tritten vor der Festigung der Selbsthaltung ergeben diese unglücklichen Tiere, denen man sogar die natürlichen Bewegungen ab-dressiert hat.“

„Ergiebigkeit des Trittes ist gut, solange es kein schwebendes Geschaukel wird, und die Trittgeschwindigkeit ist auch gut, solange es kein unruhiges Getrappel wird.“

  1. Freyer, Polizei Major.
    Aus „Neues Reiten“ von 1929

… und doch werden junge Pferd anhand ihres spektakulären Trabes und ihres immensen Sprungvermögens gemessen. Dinge, die sie in diesem Alter noch gar nicht tun sollten. Wenn sich mit den Wegen des Anreitens zu Zeiten der H.Dv.12/1937 befasst, dann werden einem die eklatanten Unterschiede deutlich bewusst.

Allein beim Anreiten ließ man sich 3-4 Wochen Zeit, bis das Pferd das erste Mal unter dem Reiter galoppieren musste und selbst dann wartete man, bis es das von selbst anbot.

Kaum einer macht sich darüber Gedanken, wie schwer einem jungen Pferd „die enge Wendung“ eines 20-Meter-Zirkels fällt. Vor allem dann, wenn es mit dem heute so üblichen aufwendigen Bewegungsablauf ausgestattet ist.

Noch vor nicht ganz 100 Jahren wurden die ersten zwei Jahre „mit zwanglosem bergauf und bergabreiten im natürlichen Tempo“, mit großen gebogenen Linie und Übergängen verbracht. Mit Zügel aus der Hand kauen lassen bis zur Schnalle, mit dem Annehmen und dem Abstoßen vom Gebiss und mit dem halten aus dem Schritt, einfachen Übungen und Lektionen zur Verbesserung der Rippengeschmeidigkeit verbracht. Und heute: Wird schon mal an den fliegenden Wechseln, an der Verbesserung des Außengalopps bei 4-jährigen Pferde und den ersten Traversalen geübt.

Ist das wohl alles richtig?
Mit den überlieferten Grundsätzen der Ausbildung hat das leider nichts zu tun. So entwickeln wir zwar spektakuläre Strampler, aber die bleiben ja bekanntlicherweise alle nicht allzu lange gesund.

 

 

Hilfe! Mein Pferd kommt auf die Vorhand…

Was tun, wenn Pferde beim Reiten immer wieder auf die Vorhand und ans Laufen kommen? Zum Sitzen und zum Treiben kommt man als Reiter nicht, die Pferde lassen sich nicht los und der Rücken als Bewegungszentrum kommt nicht zum Schwingen. Lektionen sind mühsam, Übergänge nur mit Widerstand oder auslaufend, in den Wendungen verwirft sich das Pferd nicht selten und oft genug hat man Tonnen auf der Hand. Spaß macht das nicht ….

Der folgende Artikel erklärt, wie es dazu kommt und was man dagegen tun kann.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Wenn Pferde auf Vorhand kommen,
…unter dem Reiter davonlaufen….

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Ist die Nase an der Senkrechten, kommt das Pferd nicht ans Laufen und somit nicht auf die Vorhand.
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Kommt die Nase – wie hier durch die vermehrte Außenstellung demonstriert – hinter die Senkrechte oder nimmt das Pferd das Gebiss nicht an, kommt es ans Laufen und auf die Vorhand.

Mit das schlimmste, was passieren kann, ist wenn Pferde unter dem Reiter davon laufen. Man kommt nicht zum Sitzen und zum Treiben, die Pferde geben den Rücken nicht her, die Pferde schwingen nicht. Wenn man Lektionen reitet, sind die Pferde schnell hektisch und übereilt, Übergänge sind ebenfalls laufend und bei den Verstärkungen kommen die Pferde auf die Vorhand. Beim Aussitzen im Mitteltrab ….. klemmen sich viele Reiter mit den Oberschenkeln fest und lehnen sich nach hinten, um den harten Wurf irgendwie abzufangen. Denn die Pferde laufen auf der Vorhand.

Im Gelände findet man oft „die Bremse nicht“. Nicht wenige Pferde sind schlecht zu kontrollieren.

Das macht alles keinen Spaß!

 

Wenn Pferde auf die Vorhand kommen oder/und unter dem Reiter davon laufen, kann das unterschiedliche Gründe haben.

Dazu gehören:

  • Unsicherheit bei (neuen) Übungen und Lektionen
  • Aufregung
  • Überforderung
  • massive Verspannungen
  • Schmerzen
  • mangelnde Losgelassenheit insgesamt,
  • nicht gerade gerichtet
  • Reiterfehler

Oder es liegt daran, dass

  • das Pferd noch nicht im Gleichgewicht ist
  • das Pferd das Gebiss nicht annimmt
  • Gebäudeprobleme die reiterlichen Anforderungen behindern
  • Und nicht zuletzt an mangelndem Vertrauen, oft auch auf schlechte Erfahrungen zurück zu führen.

Das Davon-Laufen ist also eine Reaktion oder auch Überreaktion auf eine Situation oder auf die Hilfen des Reiters, die das Pferd aus verschiedenen Gründen verunsichern können oder die es falsch versteht.

Wenn Pferde ans Laufen kommen hat das auch Auswirkungen auf die Anlehnung. Sie ist nicht konstant. Mal drücken die Pferde gegen die Hand, mal heben sie sich heraus und mal drücken sie gegen den Zügel. Auch dadurch und sie auf die Vorhand. Im Allgemeinen fußt dann das Hinterbein nicht ausreichend aktiv ab, der Rücken ist fest, die Pferde scheinen sich zu verkriechen. Versucht der Reiter fleißig vorwärts zu reiten, kommen sie noch mehr ans Laufen. Manche reagieren im schlimmsten Fall überhaupt nicht mehr auf die Hilfen. Einige Pferde werden sogar widersetzlich. Nicht selten können solche Situationen gefährlich werden.

Wenn man ein Pferd hat, das zu einem solchen Verhalten neigt, sollte man versuchen, die Ursachen zu ergründen und versuchen, diese abzustellen, denn eine korrekte Ausbildung, das richtige Ausführen von Lektionen ist bei einem Pferd, das unter dem Reiter davon läuft, nicht möglich. Würde man dann den Schwerpunkt auf das Erlernen weiter Lektionen setzen, wäre das genau der falsche Weg, denn meist ist in der Grundlagenarbeit schon etwas schief gelaufen.

Es geht aber nicht allein darum, dass Lektionen vielleicht nicht richtig geritten werden können, sondern auch darum, dass ein Pferd, „das nicht zu bedienen ist“, immer auch eine Gefahr bedeutet. Das unter dem Reiter davon laufen ist dann oft erst der Anfang einer negativen Entwicklung.

 

Charakterliche Gründe

Die heutige Zucht zeigt sich auf vielerlei Weise sehr positiv, was Rittigkeit und Leistungsbereitschaft sowie das mehr als vorteilhafte Gebäude eines Pferdes betrifft. Die Pferde sind aber auch sensibler geworden und manch ein Pferde reagiert auf zu viel, zu grobe oder fehlerhafte Hilfen auch schon mal hektisch.

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Wenn Pferde zum Schreiten kommen, sich vorwärts-abwärts dehnen, dabei entspannt abschnauben, ist das immer ein Zeichen für Losgelassenheit und für Vertrauen zum Reiter.

 

Was kann man tun?

In solchen Fällen hilft es, gerade zu Anfang des Trainings längere Schrittphasen zu reiten und das Pferd über gefühlvolle und vorsichtige Hilfen am Bein zwar sensibel zu halten, aber auch dafür zu sorgen, dass es sich durch seitwärts treibenden Hilfen beispielsweise nicht erschreckt.

Der Schritt muss fleißig und geregelt sein. Reitern fällt es oft schwer, zwischen fleißig und eilig zu unterscheiden. Ein eiliger Schritt führt zu Verspannungen und nicht selten machen Reiter dann den Fehler, die Eile durch einen kürzeren Zügel und das Abstrecken der Unterschenkel korrigieren zu wollen. Vorwärtstreiben vermeiden Reiter dann oft vollständig. Die Pferde werden dadurch jedoch noch unsicherer und nicht selten noch eiliger. Der Takt ist nicht mehr sicher geregelt. Die Pferde lassen sich nicht los. Der Rücken ist zunehmend fest. Viele Pferde zeigen Unzufriedenheit und Verspannung durch ein unruhiges Maul und einen unruhigen Schweif.

Wenn es dann an die Übergänge geht, sind vor allem die Übergänge von einer höheren in eine niedrigere Gangart schwierig und viele Reiter wissen sich nicht mehr anders zu helfen, als auch da die Unterschenkel vom Pferdeleib abzustrecken und am Zügel zu ziehen. Das macht die Sache allerdings noch schlimmer.

Tipp:

Bevor man nämlich einen korrekten Übergang reiten kann, muss das Pferd mit dem Hinterbein erst einmal wieder aktiv abfußen! Dafür müsste der Reiter fleißig vorwärtsreiten, damit das Pferd lernt, das Gebiss anzunehmen, sich davon abzustoßen. Die Halben Paraden  müssen dann alle zwei bis drei Tritte erfolgen. Bei manchen Pferden geht es recht schnell, bei anderen dauert es auch schon mal länger. Das hängt vom Charakter und auch von den Erfahrungen der Vergangenheit ab. Wenn die Pferde mit Hinterbein (wieder) durchtreten, kann man an den Übergängen arbeiten.


Übergänge auf dem Zirkel – das hiflt!

Bei Trab-Schritt-Übergängen ist das Reiten auf dem Zirkel, dem Reiten auf der ganzen Bahn erst einmal vorzuziehen, damit das Pferd gar nicht erst ans Laufen kommt und man es – den Vorteil der gebogenen Linie nutzend – an den äußeren Zügel herantreiben kann und mit dem treibenden inneren Schenkel dabei gleichzeitig die Längsbiegung verbessern kann. Sinnvoll ist beispielsweise, immer eine halbe Runde Schritt und eine halbe Zirkelrunde Trab abzuwechseln. In den Schrittphasen sollte man den Zügel so lang lassen, dass sich die Nase an der Senkrechten, Höhe Buggelenk befindet. Das Pferd muss dabei zum Schreiten kommen. Wichtig  ist, das Pferd zum Antraben dann korrekt über Halbe Paraden vorzubereiten und es nicht zu überfallen.

Mit solch einfachen Anforderungen kommt das Pferd dann auch innerlich zur Ruhe. Bei sehr sensiblen Pferden kann das jedoch seine Zeit in Anspruch nehmen und wenn sich das Pferd aus irgendeinem Grund aufregt, kann es in alte Verhaltensmuster zurück fallen. Wenn man dann die Ruhe behält und nicht ärgerlich wird, überträgt sich die Entspannung des Reiters auf das Pferd und dieses regt sich dann auch schnell wieder ab.

 

„Fleissig Vorwärts reiten, bis das Pferd mit dem Hinterbein (wieder) durchtritt!“

Das war vor langer Zeit einmal ein Tipp, den mir Herr Stecken gegeben hat. Zu Anfang dachte ich, wie mag das wohl gehen. Im ersten Moment war es auch sehr schwierig umzusetzen, denn das eilige und verspannte Pferd wurde noch eiliger, zog noch mehr aus der Vorhand. Wenn man dann allerdings beim Leichttraben etwas langsamer und weniger aufsteht, muss das Pferd irgendwann wieder aus der Hinterhand schieben und die Tritte vergrössern. Irgendwann ist das Laufen. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sitz und Einwirkung korrekt sind, die halben Paraden genau zu richtigen Zeit erfolgen. Also eine Sache der Übung!

 

Gebäudemängel

Pferde, die hinten überbaut sind oder einen tief angesetzten Hals haben, eine steile Schulter, ein gerades oder nach hinten heraus gestelltes Hinterbein mit einer wenig vorteilhaften Winkelung der Hinterhand neigen nicht selten dazu, ans Laufen und somit auf die Vorhand zu kommen, die ja sowieso schon von der Natur her ca. 60% des Körpergewichtes trägt.

Aber auch solche Pferde kann mit der Zeit bis zu einem gewissen Grad zu mehr Lastaufnahme der Hinterhand veranlasst werden und zwar dadurch, dass man die Kraft in der Hinterhand verbessert. Um die Aktivität de Hinterhand zu verbessern sollte man das Pferd allerdings nicht pausenlos versammeln wollen. Es git weitaus sinnvollere Möglichkeiten. Dazu findet Ihr Tipps in den Blogbeiträgen über die Aktivität der Hinterhand.

Je nach Ausmaß der Gebäudefehler sind einem Pferd Grenzen gesetzt und man sollte seine reiterlichen Anforderungen hinten anstellen, um dem Pferd nicht unrecht zu tun und um es nicht zu überfordern.

 

Unsicherheiten unter dem Sattel

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Schreckhafte Pferde sehen vieles, was sie aus der Fassung bringen kann. Manchmal auch Dinge, die nicht da sind…. Dann heißt es, Ruhe bewahren und darüber hinweg reiten…. Gespenster sollten Pferde übrigens immer in aller Ruhe inspizieren können. Meistens sind es nach eingehender Betrachtung keine Gespenster mehr.

 

Unsicherheit unter dem Reiter kann viele Gründe haben. Dazu zählen:

  • Reiterliche Fehler
  • Überforderung
  • Pferd nicht gerade gerichtet, schief
  • Pferde, die von Natur aus schreckhaft und hoch sensibel sind
  • unsichere und ängstliche Reiter

Um Unsicherheit des Pferdes unter dem Reiter mit der Zeit zu beseitigen, ist Vertrauen zwischen Reiter und Pferd das allerwichtigste. Ohne diese Basis geht nichts, denn das Pferd muss das Gefühl haben, von seinem Reiter in Notfällen “beschützt“ zu werden. Beim Reiten heißt das auch, dass der Zügel immer so lang sein sollte, dass „ein Vorlassen des Halses gestattet ist“ (Paul Stecken), die Pferde sich dehnen können. Ein zu kurzer Zügel führt bekanntlich zu Verspannungen und mit der Zeit zu Schmerzen… Reaktion: Die Pferde neigen dazu, unter dem Reiter davon zu laufen.

Man kann seinem Pferd auch beibringen, dass das Reiten am längeren Zügel – vor allem im Gelände im Schritt, in der Lösungsphase etc. – kein Freifahrtschein zum Gasgeben ist, sondern heißt: „Es ist alles gut!“

 

Daneben gibt es gute Übungen und Lektionen, die dosiert eingesetzt, helfen, das Problem zu lösen. Diese grundlegenden Lektionen sollte jedes Pferd beherrschen.

Zügel aus der Hand kauen lassen
Zügel aus der Hand kauen lassen ist die Problemlösung in allen Lebenslagen! Richtig geritten macht es den Rücken richtig locker. Die Pferde lassen sich innerlich und äußerlich. Zügel aus der Hand kauen lassen in die Arbeit mit dem Pferd konsequent eingebunden, hilft, dass sich auch Muskeln an den richtigen Stellen richtig entwickeln können und die Pferde lernen, sich loszulassen.

Übergänge von einer Gangart in die nächste
Reitet man viele Übergänge, werden die einzelnen Muskelgruppen unterschiedlich beansprucht. Das hilft, den Rücken als Bewegungszentrum zum Schwingen zu bringen und Abwechslung im Training zu schaffen. Nichts ist für das Pferd so ermüdend, wie ein Einheitstempo.
Darüber verbessert man auch Schub- und Tragkraft sowie die Hankenbeugung.

Halten-Rückwärtsrichten und daraus antraben
Halten-Rückwärtsrichten und daraus Antraben ist eine versammelnde Lektion, die Schub und Aktivität der Hinterhand verbessert.

Viele gebogene Linien und häufige Handwechsel
Verbessern die Rippengeschmeidigkeit beim jungen Pferd um beim weiter gerittenen Pferd die Rippenbiegung. Auch lernt das Pferd, sich bei gefühlvoller Hilfengebung immer wieder neu zu stellen und zu biegen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass das Pferd nicht über die Schulter oder Hinterhand ausweicht. Wenn Pferde noch nicht gerade gerichtet sind, fällt es ihnen schwer, sich korrekt auf die gebogene Linie einzustellen. Man sollte dann darauf achten, in einem ruhigen Tempo zu reiten, damit die Pferde nicht ans Laufen und damit wieder auf die Vorhand kommen.

Tempounterschiede innerhalb einer Gangart
Wenn das Zügel aus der Hand kauen lassen in allen Grundgangarten in korrekter Form geritten werden kann und Übergänge schon fehlerfrei funktionieren, helfen dosiert gerittene Tempounterschiede. Sie verbessern beim Zulegen die Schubkraft und beim Aufnehmen des Tempos die Tragkraft.
Beim jungen Pferd reitet man sie vom Arbeitstrab zum Tritte verlängern und beim weiter gerittenen Pferd vom versammelten über den Arbeits- bis hin zum Mitteltrab. Starken Trab sollte man nur phasenweise reiten.
Das gleiche gilt für die Arbeit im Galopp.
Wenn man bei dieser Arbeit realisiert, dass das Pferd doch noch wieder ans Laufen kommt, dann muss man den Anspruch etwas zurückschrauben und erst einmal wieder an innerer und äußerer Losgelassenheit arbeiten. Dazu hilft der „Alles-Problemlöser“ Zügel aus der Hand kauen lassen.

 

Gesundheitliche Gründe

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Ist der Sattel-  wie hier – etwas zu eng, kann das dazu führen, dass das Pferd ans Laufen kommt oder gar widersetzlich wird. Man sollte in einem solchen Fall seinen Sattler konsultieren.

 

Ein unpassender Sattel, der vielleicht zu eng oder zu weit ist, nicht richtig im Schwerpunkt liegt, kann beim Pferd zu Unwohlsein, Schmerzen und widersetzlichem Verhalten führen. In vielen Fällen kommen die Pferde im ersten Schritt unter dem Reiter ans Laufen und schlagen nachhaltig mit dem Schweif. Wenn man da unsicher ist, sollte man seinen Sattler konsultieren.

Schmerzen und nicht selten vorhandene Rückenprobleme können Gründe dafür sein, dass Pferde unter dem Reiter davon laufen und auf die Vorhand kommen. Die Pferde halten sich dann im Rücken fest. Der Rücken kommt nicht zum Schwingen. Bei nicht wenigen Pferden ist der Takt nicht sicher geregelt, bei den Verstärkungen kommen sie deutlich auf die Vorhand, der Reiter nicht zum Sitzen und zum Treiben und bei Lektionen weichen sie aus.

Zahnprobleme
können ebenfalls dazu führen, dass Pferde ans Laufen kommen, das Gebiss nicht annehmen oder sich nicht korrekt stellen oder biegen lassen. Auch das sollte man vom Tierarzt überprüfen lassen.

Je nach gesundheitlichem Zustand kann es sein, dass man seine reiterlichen Anforderungen reduzieren muss. Das sollte man allerdings mit dem Tierarzt absprechen.

 

Vertrauen

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Mangelndes Vertrauen zwischen Reiter und Pferd kann ein Grund sein, dass Pferde in Situationen, die für sie tressbelastend sind im ersten Schritt damit quittieren, dass sie unter dem Reiter „davonlaufen“. Es gibt viele vertrauensbildende Maßnahmen. Dazu gehören schon allein dem Pferd angenehme Berührungen und Streichenln, eine ruhige und tiefe Stimme.

Häufige Ursachen für mangelndes Vertrauen

  • Schlechte Erfahrungen
  • Unfaires oder grobes Verhalten des Reiters
  • Ein generelll ängstliches Pferd
  • ein ängstlicher und unsicherer Reiter

Hat das Pferd Angst oder vertraut es seinem Reiter nicht, da dieser vielleicht ungerecht ist oder in der Vergangenheit viele Dinge massiv in die falsche Richtung gelaufen sind, macht sich das immer durch Rittigkeitsprobleme bemerkbar.

Bei einem solchen Problem hilft nur Zeit, Geduld und Ruhe in der Arbeit und im Umgang, viel viel loben und Anforderungen nur sehr langsam steigern. Das kann je nach Situation Jahre dauern. Auch ein ängstlicher Reiter kann Probleme und schwierige Situationen begünstigen.

Ängstliche Reiter neigen nicht selten dazu, die Zügel zu kurz zu fassen, da sie glauben, ihre Pferde besser unter Kontrolle zu haben. Eine harte und rückwärts wirkende Hand, ein Reiter, der sich am Zügel festhält, schafft beim Pferd aber immer nur Verspannungen bis hin zu Schmerzen, Unsicherheit, Angst und Vertrauensverlust.

Wenn ein ängstlicher Reiter dann noch auf ein unsicheres oder auch dominantes Pferd trifft, kann das zu nicht ungefährlichen Situationen führen. In solchen Fällen ist es wichtig, sich Unterstützung zu suchen.

 

Man sieht, wenn Pferde ans Laufen und damit auf die Vorhand kommen, kann das vielerlei Gründe haben und wie immer ist Ursachenforschung angesagt.
In den meisten Fällen hilft schon richtiges Reiten, Probleme zu lösen.

 

 

Ausbilden bis Klasse S

Früher wurde Ausbildung sehr systematisch aufgebaut – so habe ich zumindest noch gelernt und dass nicht nur von Herrn Stecken. Die alten Ausbilder bei denen ich noch geritten bin verfolgten dieses Ziel, denn es hielt die Pferde bis in ein hohes Alter gesund.

Ich habe es bei meinen Pferden noch so gemacht und natürlich gelernt, dass ich – ganz H.Dv. 37 –  in den ersten beiden Ausbildungsjahren hauptsächlich mit meinen Pferden ins Gelände gegangen bin. In frischen Tempo fleissig vorwärts, die Zügel so lang, dass die Pferde die Anlehnung suchen konnten und das mit dem Ziel, die Qualität der Grundgangarten zu verbessern, alles zu stabilisieren. Wenn mal Reitplatz, dann ein riesig grosser  Geländeplatz. Dort habe ich nur grosse gebogenen Linien geritten und ein paar Übergänge, Handwechsel geübt, um so die Anlehnung zu verbessern und darüber hinaus gab es Zügel aus der Hand kauen lassen. Durch die unterschiedlichen Bodenverhältnisse, das viele Bergauf und Bergab immer mit dem Ziel, dass das Pferd durch das fleissige Vorwärtsreiten die Anlehnung sucht und mit dem Hinterbein aktiv abfusst, waren immer alle meine Pferde korrekt bemuskelt und blieben bis in ein hohes Alter gesund. Trotz der Zeit und Ruhe in der Ausbildung beherrschten meine Pferde spielerisch alle S-Lektionen. Selbst mein Rubinstein lief mit 21 Jahren noch immer taktrein, sprang wirklich schöner 1erWechsel und beherrschte Piaffe und Passage, war immer schmerzfrei und das mit einem Kissing Spines Befund Grad 5.

Mein Rubinstein mit 21 Jahren:

Mit dieser schon fast weltfremden Einstellung ging ich an die Ausbildung eines jeden Pferdes – und das bis heute.

 

In den letzten Jahren hat mich allerdings auch durch Bamboo, dann durch Quartertime und die vielen anderen Pferde die Realität eingeholt: Eine solche Ausbildung ist heute nicht mehr up to date. Das dauert viel zu lang und alles, was dauert kostet. Was allerdings schnell geht, kostet erst recht – nämlich die Gesundheit des Pferdes. Eine Milchmädchenrechnung ….

Bamboo früher:                                                                 Bamboo drei Jahre später:

          

Der normale Freizeitreiter schaut sich Veranstaltungen wie ein Bundeschampionat an oder aber auch internationale Prüfungen oder die vielen alternativen Methoden, bei denen Pferden schon in jungen Jahren irgendwelche komischen Lektionen eingetrichtert werden, die sie bei genauer Betrachtung aufgrund ihrer körperlichen Gesamtverfassung nicht leisten können und auch nicht lange leisten werden.

Jeder Mediziner wird es dem Besitzer bestätigen, dass es weder Abkürzungen gibt, noch das Ausbildung schnell geht und trotzdem scheinen immer mehr Menschen zu glauben, dass bei der modernen Zucht die Muskeln halt mal eben doppelt so schnell wachsen und die Pferde korrekt gymnastiziert auf die Welt kommen – oder noch besser: Jeder zweite Reiter ein Ausnahmepferd hat bei dem das geht.

Das Ergebnis dieser Einschätzung produziert die vielen vielen falsch bemuskelten und kaputt gerittenen Pferde. Selbst wenn dieser Punkt erreicht ist, stellen viele ihre reitereichen Fähigkeiten noch immer nicht in Frage. Warum eigentlich?

Ist es ein Fehler zuzugeben, dass man einen Fehler gemacht hat? Ist es ein Fehler zuzugeben, dass man es vielleicht nicht alleine hinkriegt? In meinen Augen spricht das für wirkliche Grösse!

Nehmen wir Armani: Er kam im Februar letzten Jahres und war nicht reitbar. Er war Durchgänger und wirklich gefährlich. In seiner Ausbildung war vom ersten Tag alles aber auch alles falsch. Anstatt dann zurück auf Null zu gehen, kamen Überlegungen wie: Da muss er jetzt durch.

Heute nach einem Jahr bei mir kann ich gerade einmal aufsitzen und in einem kleinen abgesteckten Eckchen des Reitplatzes im Schritt im Kreis reiten. Mehr geht noch nicht. Das hätte nicht sein müssen, wenn der ein oder andere ein bisschen gewusst hätte, was er da tut. Hat er aber offensichtlich nicht, sonst wäre das nicht das Ergebnis….

Ein Einzelfall? Nein, einer von Tausenden.

Nehmen wir Bamboo: mit 7 Jahren war er abgemagert und reiterlich komplett geschrottet. Es hat drei Jahre gedauert, bis er wieder ein schönes und korrekt bemuskeltes Pferd war und trotzdem war es für seinen kaputten Körper zu spät. Ich musste ihn am 1.1.2021 einschläfern lassen. Hätte ich ihn ein Jahr früher bekommen, wäre es wahrscheinlich soweit nicht gekommen….
Auch das hätte nicht sein müssen, wenn der Vorbesitzer auch nur im Ansatz gewusst hätte, was er tut. Ein goldenes Reitabzeichen spricht heute nicht mehr für reitehrliches Kompetenz.

Diese Geschichten gehen mit Quartertime weiter. Wäre er nicht bei Veronika und dann über Claudija bei mir gelandet, wäre er mit diesem katastrophalen Rückenbefund jetzt schon beim Metzger.

Quartertime früher:                                               Quartertime zwei Jahre später:

         

 

Jetzt kommt der neue: Fleetwood. Eine Seele von Pferd. Eigentlich als Fürst Nympehnburg x Belissimo Qualität genug, aber so schlecht geritten, dass wir seit er bei uns ist nur Longieren können, ihm etwas gegen Schmerzen und Entzündungen geben und ihn erst einmal mehrfach ostertherapeutisch behandeln lassen müssen. Mit Longiergurt ist er mittlerweile schon wieder schön schwungvoll. Kommt der Sattel drauf ist er an der Longe zügellahm…. und das obwohl sein Sattel jetzt zu 100% perfekt liegt, denn den hat Frank Wohlhorn gemacht.

Er ist jetzt gerade einmal 10 Jahre alt, sieht aus wie ein Leid, hat eine so schlechte Oberlinie wie ich sie selten gesehen habe und ist mal eben 100kg zu dünn. Schmerzen und Stress. Als er kam, tat ihm sogar die Haut weh…. Aber er ist bis S-Dressur geritten und hat Platzierungen satt.

… er hat noch nicht einmal gelernt, den Hals reell fallen zu lassen. Die erste Woche lief er wie eine Giraffe. Jetzt schnaubt er immerhin schon ab und versucht sich nach abwärts zu dehnen…

 

 

 

 

Ich bin oft so entsetzt und frage mich, was sehen die Leute, was denken Besitzer und vor allem, was sagen und können eigentlich Ausbilder noch, wenn ihnen bei solchen Pferden nicht alle Alarmglocken angehen?

„Das Pferd soll durch richtiges Reiten schöner und gesünder werden!“ Dieser Satz ist heute wohl vielfach vergessen…

Fleeti – so nennen wir ihn liebevoll – ist ein ganz süsser Knopf. Er wird bleiben und wir werden ihn sicherlich wieder zu einem schönen Pferd machen. Eigentlich wollten wir ihn für gute Fotos und für Lehrvideos, da wir nicht wissen, wie lange Armani noch braucht bis er keine Angst mehr hat geritten zu werden.
Wir dachten, wir reiten ihn ein paar Wochen korrekt und dann klappt das schon… In dem Fall hat das jetzt mal nicht geklappt. Also mache ich mal ein Projekt daraus und schaue, was passiert und wo die Reise hingeht….

Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden! Ich bin selbst ziemlich gespannt….

Wie lernt mein Pferd auf feinste Hilfen zu reagieren?

Webinar am 20. Mai 2022 um 19.00

Gefühlvoll einwirken, auf feinste Hilfen reagieren, kein Druck, kein Zwang. Das wünscht sich jeder Reiter. Die Realität sieht oft anders aus: Pferde, die triebzig sind, gegen die Hand gehen, nicht durchlässig sind, die sich herausheben und vieles mehr.

Alles das muss nicht sein!

Eine gefühlvolle Einwirkung kann man erlernen. So schwer ist es nicht! In diesem Webinar zeige ich Euch anhand von Videos, Fotos und der Muskeltätigkeit des Pferdes wie das geht…

 

Ausbildung systematisch aufbauen – Teil 1

Webinar am 8. April um 19.00.

Die Ausbildung bei den durch die moderne Zucht so sensiblen, oft sehr elastischen und instabilen Pferden so zu gestalten, dass sie gesund bleiben, basiert meinem Unterricht auf Biomechanik und funktioneller Anatomie. So lernen Pferde auf feinste Hilfen zu reagieren und Reiten und Ausbilden erfolgen ohne Druck und Zwang.

Das Pferd lernt sich loszulassen und hat Freude an seiner Bewegung. Muskeln entwickeln sich an den richtigen Stellen, das Pferd ist geschmeidig und fühlt sich wohl unter seinem Reiter.

Die überlieferten Grundsätze der Ausbildung, die Herr Stecken bis zu seinem Tod mit Überzeugung gelebt und vertreten hat, sind die Grundlage für eine solche Ausbildung. Vom leichten zum Schweren immer unter dem Gesichtspunkt der Gesunderhaltung und Harmonie zwischen Reiter und Pferd.

Im Unterricht erkläre ich Zusammenhänge und den Zweck vom Übungen und Lektionen, vermittle das Gefühl für richtig und falsch und korrigiere Sitz und Einwirkung des Reiters bis ins Detail, so dass Harmonie zwischen Reiter und Pferd durch eine fast unsichtbare Kommunikation zwischen beiden entstehen kann.

Herr Stecken würde dazu sagen: “Das gut gerittenen Pferd erkennt man daran, dass die Hilfen so fein sind, dass sie vom Betrachter immer weniger wahrgenommen werden, für das Pferd jedoch immer deutlicher sind.”

Preis: 50 €

Das Webinar dauert ca. zwei Stunden.

 

Ausbildung systematisch aufbauen – Teil 2

Webinar am 29. April um 19.00

Die Ausbildung bei den durch die moderne Zucht so sensiblen, oft sehr elastischen und instabilen Pferden so zu gestalten, dass sie gesund bleiben, basiert meinem Unterricht auf Biomechanik und funktioneller Anatomie. So lernen Pferde auf feinste Hilfen zu reagieren und Reiten und Ausbilden erfolgen ohne Druck und Zwang.

Das Pferd lernt sich loszulassen und hat Freude an seiner Bewegung. Muskeln entwickeln sich an den richtigen Stellen, das Pferd ist geschmeidig und fühlt sich wohl unter seinem Reiter.

Die überlieferten Grundsätze der Ausbildung, die Herr Stecken bis zu seinem Tod mit Überzeugung gelebt und vertreten hat, sind die Grundlage für eine solche Ausbildung. Vom leichten zum Schweren immer unter dem Gesichtspunkt der Gesunderhaltung und Harmonie zwischen Reiter und Pferd.

Im Unterricht erkläre ich Zusammenhänge und den Zweck vom Übungen und Lektionen, vermittle das Gefühl für richtig und falsch und korrigiere Sitz und Einwirkung des Reiters bis ins Detail, so dass Harmonie zwischen Reiter und Pferd durch eine fast unsichtbare Kommunikation zwischen beiden entstehen kann.

Herr Stecken würde dazu sagen: “Das gut gerittenen Pferd erkennt man daran, dass die Hilfen so fein sind, dass sie vom Betrachter immer weniger wahrgenommen werden, für das Pferd jedoch immer deutlicher sind.”

Preis: 50 €

Das Webinar dauert ca. zwei Stunden

Aufrichtung und Versammlung

Thema unsers Webinares am 25. März 2022

Aufrichtung und Versammlung sind heute die Themen schlechthin. Für viele das grosse Ziel: Piaffe und Passage. Der Weg dahin ist jedoch weit… sehr weit. Man kann es nicht beschleunigen, denn Muskeln entwickeln sich über Jahre ganz langsam und das gleiche gilt für die Elastizität der HInerhandgelenke und für die Rippengeschmeidigkeit/Rippenbiegung.

In unserem Webinar beleuchten wir gängige Methoden und Ausbildungswege und zeigen auf, wie man Aufrichtung und Versammlung ohne Druck und Zwang und vor allem ohne Zirkusreiterei erreichen kann.

Das Webinar beginnt um 19.00 und dauert ca. zwei Stunden.

Preis: 50 €